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1000 kommen „gemeinsam zu Tisch“

Ein starkes Bild: 1000 Gedecke an einer 200 Meter langen Mittagstafel - mitten in der hannoverschen City. Zum dritten Mal nach 2010 und 2012 fand die Soldaritätstafel in Hannover statt.

„Alleinerziehende haben einen strukturellen Nachteil gegenüber Familien. Sie müssen den Bedarf für ihre Kinder allein aufbringen und können nur eingeschränkt auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen“, sagte Dr. Christoph Künkel, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen. Ein „Normalarbeitsverhältnis“, unbefristet und tariflich entlohnt, sei für Alleinerziehende oft nicht erreichbar. Unpassende Arbeitszeiten, skeptische Arbeitgeber, geringe Verdienstmöglichkeiten und regional schwierige Arbeitsmärkte hinderten sie daran, ein ausreichendes Einkommen zu erlangen.

Caritasdirektor Dr. Hans-Jürgen Marcus stellte klar: „Alleinerziehende machen ein Fünftel aller Familien aus. Das ist keine kleine Gruppe.“ Die neuesten Zahlen seien alarmierend. Das Armutsrisiko für Alleinerziehende sei in Niedersachsen in den letzten Jahren noch gestiegen Für Diakonie und Caritas dürften Kinder jedoch kein Armutsrisiko sein. Die Politik müsse flexiblere Rahmenbedingungen für Alleinerziehende schaffen, um deren eingeschränkte Möglichkeiten zu berücksichtigen.

Sozialministerin Cornelia Rundt, Schirmherrin der Solidaritätstafel, sicherte zu, dass die niedersächsische Landesregierung dieses Thema sehr ernst nehme und sich beispielsweise auf Bundesebene dafür einsetze, die Regelsätze für ALG II-Empfänger zu erhöhen.

Besucherinnen und Besucher der Solidaritätstafel ließen sich trotz heißer Sommertemperaturen ein Gemüse-Nudelgericht schmecken. Ebenso wie das Mineralwasser gab es das Mittagessen für alle kostenlos. Neben Informationen über Hilfsangebote für Familien sorgte die Band „Flugmodus“ für die musikalische Unterhaltung.

Spektakulär war die Performance des Künstlers Olaf Heinrich, der eine knappe Stunde in einer kompletten Ganzkörper-Gipshülle auf der Georgstraße gelegen hatte. Die Körperhülle, die er schließlich verließ, der "Protektor", ist ein Symbol für die ungeschützte Situation von Obdachlosen.

„Eine gute Aktion“, fand auch Ellen Taudien. Die 70-Jährige hatte von der Solidaritätstafel in der Zeitung gelesen und war gekommen, um das Anliegen von Diakonie und Caritas zu unterstützen. Gerne gab sie eine Spende in die Sammeldose. Die Einnahmen aus der dritten Solidaritätstafel  kommen vier diakonischen und caritativen Projekten zugute, die Familien unterstützen: „Frühe Hilfen“, „Großelterndienst“, „Stadtteilmütter“ und „Wellcome“.

22.07.2014

Bilder

Mehr Bilder der Solidaritätstafel 2014 finden Sie in unserer Bildergalerie

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